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Chez Luc 

In Chez Luc nimmt Krimiautor und Schöpfer von Commissaire Luc Verlain, Alexander Oetker, seine Leserinnen und Leser mit auf eine kulinarische Reise durch Verlains Heimat, die Aquitaine im Südwesten Frankreichs. Ein wunderschön bebildertes Reisekochbuch.

Reiseführer, Kochbuch, Liebeserklärung und ein ganz kleines bisschen Krimi – so ganz entscheiden konnte sich Krimiautor und Schöpfer von Commissaire Luc Verlain Alexander Oetker wohl nicht bei der Frage, was für eine Art Buch seine neuste Episode aus dem Universum der unter Krimifans beliebten Romanfigur des Commissaire Verlain denn nun werden sollte. Am Ende ist es von allem etwas und dabei alles andere als ein Allerlei geworden. Denn Chez Luc ist im Grunde vor allem eines, eine umfassende und reich bebilderte Einführung in die Küchentraditionen und kulinarischen Besonderheiten einer der schönsten und kulinarisch spannendsten Regionen Europas: des als Aquitanien bekannten Gebiets im Südwesten Frankreichs. Mit Bordeaux als Hauptstadt und im Westen begrenzt von den scheinbar endlosen Sandstränden des Atlantiks, reicht das Gebiet von der Gironde-Mündung im Norden bis tief ins Baskenland im Süden. 



Als inhaltliche Klammer des großformatigen Reisekochbuchs dient neben der Region ein Roadtrip, den der Commissaire mit seinem Vater, dem Austernzüchter Alain unternimmt. Hintergrund des Roadtrips ist das Verschwinden eines Familienschatzes: Alains wohlbehütete Sammlung der besten Rezepte Aquitaniens. Zusammen mit seinem Vater bricht der Commissaire in seinem alten Jaguar XJ6 auf zu einem Trip quer durch Aquitanien, um die Rezepte für ein neues Kochbuch zu sammeln. Auf ihrer Reise von Carcans im Norden bis nach San Sebastian im Süden und schließlich Paris besuchen die beiden Restaurants sowie Produzentinnen und Produzenten landestypischer Produkte, und sammeln neue Rezepte ein. Während sich die Geschichte des Vater-Sohn-Gespanns auf lose Fragmente der Reiseerzählung jeweils zu Beginn der insgesamt zehn regional fokussierten Kapitel beschränkt, bieten die Fotos, Rezepte und Texte der jeweiligen Kapitel Reisekochbuchvergnügen auf höchstem Niveau. 



Auf die kurzen Roadtrip-Episoden folgt zunächst stets eine lebendig geschriebene Einführung in die jeweilige Region, begleitete von ausdruckstarken Fotografien der Porträtfotografin Anja Jahn und des Foodfotografen Markus Bassler, die auch den Rest der unzähligen, Fernweh wie Appetit anregenden Bilder beigesteuert haben. Da es sich bei den Rezepten um anvertraute, persönliche Rezepte von 25 Köchinnen und Köchen handelt – von Sternerestaurants über Bistros bis hin zu Familienrestaurants –, werden zuvor jeweils die Restaurants sowie die Rezeptgeberinnen und -geber vorgestellt. Darunter sind Koryphäen wie Frankreichs dienstältester Dreisternekoch Michel Guérard, Institutionen wie das Restaurant L’Entrecôte in Bordeaux oder Ikonen der französischen Bistrokultur wie das La Fontaine des Mars in Paris. 



Bei den Rezepten selbst handelt es sich teilweise um ganze Menüs, moderne Interpretationen wie auch traditionsbewusste Inkarnationen aquitanischer Klassikern sowie auch besondere Gerichte, die für die verschiedenen Küchentraditionen zwischen Bordeaux und Biarritz stehen. Dabei sind die Rezepte mit kurzen informativen Einleitungen versehen, übersichtlich gestaltet, verständlich erklärt und – bis auf das ein oder andere Desserts der Sterneköche – zum Nachkochen mehr als geeignet. Zwar ohne erkennbares System, aber umso mehr für die ein oder andere Überraschung gut, sind im gesamten Buch Seiten verstreute mit kurzen bis ganzseitigen Texten über charakteristische Produkte wie Cannelés, Schinken und Austern, die anhand von Porträts ausgewählter Produzentinnen und Produzenten vorgestellt werden. 



Wunderschöne Fotos, typische, traditionelle bis avantgardistische Rezepte, jede Menge spannende Hintergrundinformationen zu Land und Leuten, Spezialitäten und Produkten und schließlich eine (ganz) kleine Prise Krimi machen das Chez Luc nicht nur für eingefleischte Fans von Commissaire Luc Verlain interessant. 



Chez Luc. Mit Commissaire Verlain durch Frankreichs kulinarischen Südwesten. Das Aquitaine-Kochbuch von Alexander Oetker ist bei Hoffmann und Campe erschienen und für 38 Euro erhältlich. 

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